Der erste Tierarztbesuch

Der erste Tierarztbesuch sollte für den Welpen so angenehm wie möglich ablaufen, da er den Grundstein für das spätere Verhalten Ihres Lieblings in der Ordination legt, aber auch bei allen weiteren Visiten schadet es nicht sich nach den folgenden Tipps zu orientieren.

Einige Tipps:

  • Melden Sie Ihr kommen telefonisch an, damit ich mir genügend Zeit für Sie und Ihren Welpen nehmen kann und er nicht zu lange im Wartezimmer sitzen muss.
  • Schreiben Sie sich eine Fragenliste, damit Sie nichts vergessen
  • nehmen Sie alle Papiere, Impfpass mit
  • Lassen Sie den Welpen/auch ältere Hunde die Ordination erkunden – nicht sofort auf den Tisch – untersuchen – impfen – und das war`s
  • Es gibt sicher auch einige Leckerlis für Ihren Liebling
  • Es sollte ein Vertrauensverhältnis zw. Ihrem Tier und mir aufgebaut werden

Verhaltenstipps zur Erstuntersuchung – Grundstein für jeden weiteren Tierarztbesuch:

Jeder Hund hat einen anderen Charakter und mit etwas Glück haben Sie einen Musterschüler, der schwanzwedelnd die Ordination betritt, mich ableckt, ruhig die Untersuchung über sich ergehen lässt, bei der Impfung keinen Mucks macht, begeistert die Leckerlis verschlingt und die Ordination gar nicht mehr verlassen will.

Diese sonnigen Gemüter sind leider die Ausnahme und einige Kleine fangen spätestens bei der Gebisskontrolle an Spielerisch zu beißen, sich aus Leibeskräften zu wehren, oder zu quiecken und zu zappeln, denn wer will schon einen Moment still sitzen in diesem Alter.

Als besorgter Besitzer, der seinen Welpen nicht leiden sehen kann reden Sie nun tröstend auf ihn ein und versuchen ihn wie ein Kleinkind zu beruhigen – nur ihr Hund ist kein Kleinkind und er versteht Ihre tröstenden Worte nicht, für Ihren Hund klingen diese gut gemeinten Worte wie LOB also Bestätigung seines momentanen Verhaltens (zappeln und quiecken), daher wird er aus Leibeskräften weiter strampeln.

Durch dieses menschliche Fehlverhalten erzielen Sie einen Hund der bei jedem Besuch noch mehr zappelt, winselt und in einem halben Jahr bis Jahr nur mehr schwerzu Untersuchen ist.

Was tun statt dessen!?!!?!?!?

Bringen Sie Ihren Welpen dazu einen kurzen Moment still zu sitzen. „Setz dich!!!!“ - kennt Ihr Welpe den Befehl noch nicht kann man leicht Nachhelfen (Futter) Sitzt er? - gut, dann Loben. Zappelt er nach kürzester Zeit wieder nicht verzweifeln nochmals „Setz dich!!!“ dann wieder loben, keine Sorge jeder Welpe lernt innerhalb kürzester Zeit und auch ältere Problemhunde kapieren relativ schnell durch Lob und Futter welches Verhalten erwünscht ist.

Ihr Welpe lernt so von Ihnen, dass es keinen Grund gibt Angst zu haben, Sie zeigen ihm ein Alternativverhalten zur Angst nämlich Sitz- Leckerli = positive Erfahrung.

Sie wollen doch nicht, dass Ihr Welpe später schon beim Einbiegen in die Gasse Richtung Tierarzt vor Angst erbebt, kläfft und hysterisch um sich schlägt oder Sie ihn in die Ordination tragen müssen.

Sollte Ihr Liebling bei einer Injektion, beim Chippen oder sonst mal quicken übergehen Sie es ebenfalls einfach, ja nicht trösten, Sie verstärken nur seine Reaktion fürs nächste mal. Geben Sie ihm lieber einen kurzen Befehl und loben Sie ihn dann für dessen Ausführung.

Ich weiß, einigen von Ihnen widerstreben die angeführten Maßnahmen, da die Versuchung seinen kleinen Liebling zu trösten zu groß ist. Sie ist aber zum Wohl ihres Lieblings (erspart ihm später Maulkorb und Zwangsmaßnahmen) und erleichtert uns Veterinären ungemein die Arbeit.

Ein Tipp zum Abschluss: spielen Sie zu Hause mit ihrem Welpen Tierarzt!!!!!

Er sollte sich jederzeit überall von Ihnen angreifen und untersuchen lassen (Ohren, Zähne, Pfoten......)

Je selbstverständlicher diese Handlungen für Ihren Vierbeiner sind umso leichter hat er’s beim Tierarzt und es festigt die Rangordnung.